Krebsimmuntherapie beim mTNBC
Tecentriq als First-Line-Therapie beim PD-L1 IC-positiven mTNBC zugelassen

Die Europäische Kommission hat Atezolizumab (Tecentriq▼) in Kombination mit Chemotherapie (nab-Paclitaxel) für die First-Line-Therapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten triple-negativen Mammakarzinoms (mTNBC) bei Patienten mit einer PD-L1 Expression auf tumorinfiltrierenden Immunzellen (IC) auf ≥1 % der Tumorfläche zugelassen. Grundlage hierfür sind die aktuellen Daten der Phase-III-Studie IMpassion130 [1,2]. Die Hinzunahme von Tecentriq zur Chemotherapie (nab-Paclitaxel) verlängerte das Gesamtüberleben bei mTNBC-Patienten mit positiver PD-L1 IC-Expression klinisch relevant um sieben Monate – das Mortalitätsrisiko reduzierte sich um 29% [1]. Damit ist Tecentriq die erste zugelassene Krebsimmuntherapie für Patienten mit mTNBC.

Wendepunkt in der Therapie des mTNBC

Das TNBC gilt insbesondere im metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Stadium als aggressive Tumorform und ist bis heute nur schwer zu kontrollieren. Das Krankheitsgeschehen ist insgesamt mit einer schlechten Prognose assoziiert. Da keine endokrinen oder HER2-gerichteten Therapien beim mTNBC in Betracht kommen, ist bislang für die Behandlung dieser Patienten eine Taxan-basierte Chemotherapie der Standard. In der First-Line-Situation besteht zudem die Möglichkeit, die Chemotherapie mit Avastin® (Bevacizumab) zu kombinieren. Die Studie IMpassion130 lieferte die ersten positiven Phase-III-Daten zur Krebsimmuntherapie beim mTNBC, auf deren Basis die EU-Zulassung erfolgte. Die aktuellen Daten der Studie bestätigen eine klinisch relevante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) bei Patienten mit positiver PD-L1 Expression auf tumorinfiltrierenden Immunzellen (IC) auf ≥1 % der Tumorfläche [1]. Unter Hinzunahme von Tecentriq zur Chemotherapie (nab-Paclitaxel) lebten Patienten mit PD-L1 IC-positiven Tumoren im Median sieben Monate länger (OS: 25,0 vs. 18,0 Monate Placebo/Chemotherapie) im Vergleich zu Patienten, die nur mit Chemotherapie (nab-Paclitaxel) behandelt wurden. Dies entspricht einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um 29% (HR:0,71; 95%-KI: 0,54–0,93). Über die Hälfte der mit Tecentriq behandelten PD-L1 IC-positiven Patienten waren nach zwei Jahren noch am Leben (51% vs. 37% im Vergleichsarm) [1].

In der Intention-to-treat-Population zeigte sich ein signifikanter Vorteil in Bezug auf das progressionsfreie Überleben der mTNBC-Patienten (PFS: 7,16 vs. 5,49 Monate im Placebo-Arm; HR:0,80; 95%-KI: 0,69–0,92; p=0,0025) [2]. Das Progressionsrisiko bei Patienten mit positivem PD-L1 IC-Status reduzierte sich ebenso signifikant um 38% (PFS: 7,46 vs. 4,96 Monate im Placebo-Arm; HR:0,62; 95%-KI: 0,49–0,78; p <0,001) [2]. Die First-Line-Kombination erwies sich als sicher und gut verträglich. Die beobachteten unerwünschten Ereignisse (UEs, Grad 3-4) waren konsistent mit den bereits bekannten Sicherheitsprofilen der Monopräpa-rate [1,2]. Auf Basis der überzeugenden Datenlage bewertete die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) den First-Line-Einsatz von Tecentriq mit nab-Paclitaxel bei Patienten mit positivem PD-L1 IC-Status bereits vor Zulassung mit einem „Plus“ [3].

Zunehmend von Bedeutung: PD-L1 IC-Testung

Die Studiendaten der IMpassion130 belegen: Vor allem Patienten mit einer PD-L1 Expression auf IC auf ≥1% der Tumorfläche profitieren von der Therapie mit Tecentriq in Kombination mit einer Chemotherapie (nab-Paclitaxel). Um diese Patienten in der Praxis zu identifizieren, wird die PD-L1 IC-Testung zukünftig zwingend an Bedeutung gewinnen. Ein geeigneter und validierter Test sowie ein enger Austausch zwischen dem behandelnden Arzt und dem Pathologen sind essenziell, damit die Testung für jeden Patienten durchgeführt werden kann.

Adaptiertes Nebenwirkungsmanagement erforderlich

Bisher stand für mTNBC-Patienten die Chemotherapie als Standard zur Verfügung, deren Nebenwirkungsmanagement seit Jahren etabliert und bekannt ist. Das neue Wirkprinzip der Krebsimmuntherapie in dieser Indikation erfordert nun eine Anpassung des Nebenwirkungsmanagements. Zum einen können durch den Einsatz der Krebsimmuntherapie entsprechende immunvermittelte Nebenwirkungen wie z.B. Pneumonitis, Kolitis oder Hautausschläge auftreten. Zum anderen unterscheidet sich auch der Zeitpunkt des Auftretens dieser UEs, diese können teilweise noch Monate nach Therapieende auftreten. Generell gilt: Werden immunvermittelte Nebenwirkungen frühzeitig erkannt, sind sie auch gut zu behandeln. Dies haben die Erfahrungen aus klinischen Studien und der Praxis in Indikationen, in denen die Krebsimmuntherapie bereits seit einigen Jahren zugelassen ist, gezeigt.

Tecentriq ist bereits zur Monotherapie bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasier-tem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) nach vorheriger Chemotherapie zugelassen. Der PD-L1-Inhi-bitor ist außerdem indiziert zur First-Line-Behandlung des metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit nicht-plattenepithelialer Histologie in Kombination mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin bei erwachsenen Patienten. Darüber hinaus ist Tecentriq zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms (mUC) nach vorheriger platinhaltiger Chemotherapie oder bei Patienten, die für eine Behandlung mit Cisplatin als ungeeignet angesehen werden und deren Tumoren eine PD-L1 Expression ≥5% aufweisen, zugelassen [4].

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 (0)7624 / 14-3183 oder an das Paul-Ehrlich-Institut www.pei.de oder Fax: +49 (0)6103 / 77-1234.

Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückver-folgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.


Quellen:
[1] Schmid P, et al., ASCO 2019; (oral presentation)
[2] Schmid P, et al., N Engl J Med 2018; 379: 2108-2121
[3] AGO Kommission Mamma; Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs; Empfehlungen 2019. www.ago-online.de
[4] Fachinformation Tecentriq®, aktueller Stand


Quelle: Roche Pharma AG


09. September 2019

Datenschutz

Suche:
Inhalt
Vulväre intraepitheliale Neoplasie
Präinvasive genitale Läsionen mit erheblich ange stiegener Inzidenzrate

Literaturreferate
GeparQuattro-Studie:
Neoadjuvante Therapie mit Trastuzu-mab bei HER2-positivem Brustkrebs

Capecitabin zu Anthrazyklin- und Taxan-basierter neoadjuvanter Therapie bei primärem Brustkrebs

Paclitaxel dosisdicht bei fortgeschrittenem Ovarialkrebs