Ovarialkarzinom

Olaparib (Lynparza®) Filmtabletten: EU-Zulassung zur Erhaltungstherapie nach abgeschlossener Erstlinien-Chemotherapie beim BRCA-mutierten fortgeschrittenen Ovarialkarzinom*

  • In der Phase-III-Zulassungsstudie SOLO-1 blieben 60% der Patientinnen, die Olaparib Filmtabletten (Lynparza®) erhielten, über drei Jahre frei von einer Krankheitsprogression oder Tod im Vergleich zu 27 % unter Placebo [1]

  • Lynparza® Filmtabletten ist der derzeit einzige PARP-Inhibitor, der für diese Indikation in der EU zugelassen ist

    Die Europäische Kommission hat am 12.06.2019 Olaparib (Lynparza®) Filmtabletten als Erhaltungstherapie nach Abschluss einer Primärtherapie für die Behandlung von Frauen mit BRCA-mutiertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom zugelassen. Die Zulassung gilt für die Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO Stadien III und IV) BRCA1/2-mutierten (Keimbahn und/oder somatisch) high-grade epithelialen Ovarial-, Eileiter- oder primären Peritonealkarzinom nach Ansprechen (vollständig oder partiell) auf eine Platin-basierte Erstlinien-Chemotherapie [2].

    „Diese Zulassung ermöglicht in der EU einen neuen Standard bei der Versorgung von Patientinnen, die an einem Ovarialkarzinom mit BRCA-Mutationen erkrankt sind. Die Ziele einer First-Line-Therapie sind i.d.R. die langfristige Remission oder sogar eine Heilung der Erkrankung. Derzeit erleiden etwa 70% der Patientinnen mit einem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom innerhalb der ersten drei Jahre nach der Erstbehandlung ein Rezidiv. Der in der SOLO-1-Studie bei der Erhaltungstherapie mit Lynparza beobachtete Vorteil im progressionsfreien Überleben ist ein wichtiger Schritt, die Situation für diese Patientinnen zu verbessern“, betonte Dave Frederickson, Executive Vice President, Oncology, AstraZeneca.

    „In der SOLO-1-Studie reduzierten Olaparib-Filmtabletten das Risiko für eine Krankheitsprogression oder Tod um 70% im Vergleich zu Placebo bei Patientinnen mit fortgeschrittenem BRCA-mutierten Ovarialkarzinom. AstraZeneca und MSD verfolgen das Ziel, die Situation für krebskranke Menschen zu verbessern. Wir setzen uns daher dafür ein, dass Ärzten und ihren Patientinnen, die bisher mit einem schnellen Fortschreiten dieser Krankheit rechnen mussten, diese neue Option schnellstmöglich zur Verfügung steht“, erläuterte Roy Baynes, Senior Vice President und Head of Global Clinical Development, Chief Medical Officer der Merck Research Laboratories von Merck & Co., Inc., Kenilworth, NJ, USA.

    Die EU-Zulassung basiert auf Daten der Phase-III-Studie SOLO-1, in der Lynparza® Filmtabletten als Erhaltungstherapie im Vergleich zu Placebo bei Patientinnen mit fortgeschrittenem BRCA-mutiertem Ovarialkarzinom nach Platin-basierter Erstlinientherapie untersucht wurden. Die im Oktober 2018 nach einem medianen Follow-up von 40,7 Monaten bekannt gegebenen Ergebnisse zeigen, dass die mediane Zeit bis zur Krankheitsprogression oder Tod im Olaparib-Arm noch nicht erreicht war, verglichen mit 13,8 Monaten unter Placebo (HR 0,30 [95% KI, 0,23-0,41], p<0,001) [1].

    Dies ist die dritte Indikation für Lynparza® Filmtabletten in der EU. AstraZeneca und MSD prüfen Olaparib derzeit in weiteren Studien beim Ovarialkarzinom. Eine besonders wichtige Studie beim Ovarialkarzinom ist die laufende Phase-III-PAOLA-1-Studie. In dieser Studie werden Olaparib Filmtabletten vs. Placebo bei Patientinnen mit fortgeschrittenem (FIGO Stadium IIIB-IV) high-grade serösem, oder endometrioidem Ovarial-, Tuben- oder primärem Peritonealkarzinom in der Erstlinientherapie in der Kombination mit einer Platin/Taxan/Bevacizumab-haltigen Chemotherapie und Bevacizumab als Erhaltungstherapie, ohne Einschränkung hinsichtlich des BRCA-Status, getestet [3].

    SOLO-1 ist eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Lynparza® (Olaparib) Filmtabletten (300 mg 2x täglich) als Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem BRCA-mutiertem Ovarialkarzinom nach Abschluss einer Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie im Vergleich zu Placebo untersucht. In der Studie wurden 391 Patienteninnen mit einer BRCA1/2-Mutation (Keimbahn und / oder somatisch) randomisiert, die auf eine Platin-basierte Chemotherapie klinisch vollständig oder partiell angesprochen hatten.

    Die Patientinnen erhielten im Verhältnis 2:1 Olaparib Filmtabletten oder Placebo für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren oder bis zur Krankheitsprogression. Patientinnen, die innerhalb von zwei Jahren teilweise auf die Therapie ansprachen, durften nach Ermessen des Prüfarztes die Therapie fortsetzen. Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS) nach Prüfarztbeurteilung. Als weitere sekundäre Endpunkte galten u.a. die Zeit bis zur zweiten Krankheitsprogression oder Tod (PFS2), die Zeit bis zur ersten anschließenden Behandlung, das Gesamtüberleben sowie die Verträglichkeit.

    Die Daten wurden am 21. Oktober 2018 im Rahmen einer Presidential Session des Kongresses der ESMO (European Society for Medical Oncology) in München vorgestellt und zeitgleich online im New England Journal of Medicine veröffentlicht [1,4].



    Das SOLO-1-Sicherheitsprofil entsprach dem in früheren klinischen Monotherapiestudien. Unerwünschte Ereignisse (UE) jeglichen CTCAE-Grades mit einer Häufigkeit von ≥30% waren Übelkeit (77%), anhaltende Müdigkeit (63%), Erbrechen (40%), Anämie (39%) und Durchfall (34%). Die häufigsten Nebenwirkungen der CTCAE-Grade ≥3 waren Anämie (22%) und Neutropenie (9%). Bei 12% der Olaparib-Patientinnen erfolgte ein UE-bedingter Therapieabbruch. 72% der Olaparib-Patientinnen blieben auf der empfohlenen Dosis von 300mg (zwei 150mg-Filmtabletten) zweimal täglich.

    Über BRCA-Mutationen
    Die menschlichen Gene BRCA1 und BRCA2 (BReast CAncer) produzieren Proteine, die eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der genetischen Stabilität von Zellen spielen, da sie für die Reparatur geschädigter DNA verantwortlich sind.

    Wenn eines dieser Gene mutiert oder verändert wird, kann sein Proteinprodukt in der Funktion eingeschränkt sein oder wird gar nicht hergestellt. Dadurch können DNA-Schäden möglicherweise nicht richtig repariert werden, wodurch die Zellen instabil werden. Infolgedessen entwickeln Zellen mit größerer Wahrscheinlichkeit zusätzliche genetische Veränderungen, die zu Krebs führen können.

    * nach Ansprechen (vollständig oder partiell) auf eine Platin-basierte Erstlinien-Chemotherapie

    Referenzen:
    [1] Moore K, Colombo N, Scambia G, et al. Maintenance olaparib in patients with newly diagnosed advanced ovarian cancer. N Engl J Med. 2018; 379(26):2495-2505.
    [2] Fachinformation Lynparza® 100 mg/ 150 mg Filmtabletten. Stand Juni 2019.
    [3] NCT02477644. Verfügbar unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02477644 (letzter Zugriff 20.06.2019).
    [4] Moore K et al. Maintenance Olaparib in Patients with Newly Diagnosed Advanced Ovarian Cancer. Presented at ESMO October 2018. Abstract LBA7_PR

    AstraZeneca GmbH

    22. Juni 2019

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    Vulväre intraepitheliale Neoplasie
    Präinvasive genitale Läsionen mit erheblich ange stiegener Inzidenzrate

    Literaturreferate
    GeparQuattro-Studie:
    Neoadjuvante Therapie mit Trastuzu-mab bei HER2-positivem Brustkrebs

    Capecitabin zu Anthrazyklin- und Taxan-basierter neoadjuvanter Therapie bei primärem Brustkrebs

    Paclitaxel dosisdicht bei fortgeschrittenem Ovarialkrebs