Psychische Folgen von Eierstockkrebs werden oft vernachlässigt
Sie beeinträchtigen die betroffenen Frauen jedoch erheblich

TESARO, ein auf Onkologie spezialisiertes biopharmazeutisches Unternehmen, stellte am 8. Mai 2018, dem World Ovarian Cancer Day, Ergebnisse einer von TESARO unterstützten europaweiten Literaturauswertung vor, die die Sicht von Patientinnen und Ärzten auf die Kommunikation und die Bedürfnisse von Frauen mit Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) bei der Therapie untersuchte. Die umfassende Analyse bestätigt den erheblichen Einfluss der psychosozialen Auswirkungen der Erkrankung auf die Lebensqualität der betroffenen Frauen. Der Review Our Way Forward – Ovarian Cancer in Europe berücksichtigt Daten aus etwa 65 Publikationen und Umfragen von Patientinnen aus den letzten 15 Jahren.

Dieser Artikel ist Teil des Engagements von TESARO für Frauen mit Eierstockkrebs. Die Initiative wurde im letzten Jahr in den USA ins Leben gerufen. Der Review ist der erste Schritt zur Entwicklung von Informationsmaterialien für Patientinnen und soll diesem Aspekt der Therapie des Ovarialkarzinoms in der Ärzteschaft und der Politik mehr Beachtung verschaffen. Der Review wurde unter der Leitung und Mitarbeit von europäischen und internationalen Patientenorganisationen durchgeführt und von TESARO im Rahmen des Our Way Forward-Programms unterstützt. Das Programm wurde von TESARO gemeinsam mit der National Ovarian Cancer Coalition (NOCC) und der Ovarian Cancer Research Fund Alliance (OCRFA) ins Leben gerufen. Das seit Juni 2017 laufende Programm ruft Patientinnen mit Eierstockkrebs, ihre Angehörigen und alle im Gesundheitswesen tätigen Personen dazu auf, ihre Kommunikation über fortgeschrittenen Eierstockkrebs und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu überdenken, um die körperlichen und emotionalen Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt, zu meistern.

Orlando Oliveira, Senior Vice President and General Manager, TESARO International: “TESARO engagiert sich dafür, dass Patientinnen mit Eierstockkrebs Informationen und Aufklärung, Unterstützung und Gehör für ihre Belange erhalten. Es besteht in Europa ein deutlicher Bedarf zum einen an besseren Informationen und einem verbesserten Informationsaustausch zur Behandlung von Frauen mit Eierstockkrebs. Zum anderen werden Behandlungsoptionen benötigt, die die Lebensqualität nicht einschränken. Durch die Initiative Our Way Forward und durch die enge Zusammenarbeit mit Patientinnengruppen wollen wir Frauen mit Eierstockkrebs dabei unterstützen, bei den Entscheidungsträgern auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen, damit während ihrer gesamten Behandlung sowohl ihre körperlichen als auch ihre psychischen Belange berücksichtigt werden.”

Der Review macht deutlich, dass Eierstockkrebs häufig in einem späten Krankheitsstadium diagnostiziert wird [3], so dass die Therapie unter Zeitdruck erfolgt und den Ärzten wenig Zeit bleibt, sich um die psychischen Aspekte der Therapie zu kümmern [4]. Die psychischen Auswirkungen einer Krebserkrankung können das Therapieergebnis erheblich beeinflussen: 80% der Frauen hatten psychische Probleme [2], wobei Patientinnen, die unter Depressionen und Ängsten leiden, ein signifikant höheres Mortalitäts- und Hospitalisierungs-Risiko haben sowie schlechtere Therapieergebnisse aufweisen [5].

Patientinnen mit Eierstockkrebs haben Bedenken, bei ihrem Arztbesuch psychische und emotionale Probleme anzusprechen.

Die Frauen mit Eierstockkrebs waren zwar der Meinung, ausreichend Informationen zu den greifbaren und praktischen Aspekten der Therapie zu erhalten, nicht aber zu den psychischen Aspekten der Erkrankung und zu Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung [4]. Psychische und emotionale Probleme im Arztgespräch von sich aus anzusprechen trauen Frauen sich häufig nicht, weil sie fürchten, damit zu viel Zeit des Arztes in Anspruch zu nehmen [1]. Die Patientinnen fühlen sich daher häufig isoliert und alleingelassen und wünschen sich mehr Informationen [4].

„Als führende globale Patientenorganisation für Patientinnen mit Eierstockkrebs freuen wir uns, heute die Veröffentlichung dieser wichtigen Forschungsarbeit, die als Teil des Our Way Forward-Programms durchgeführt wurde, zu unterstützen“, sagte Elisabeth Baugh, Vorsitzende der World Ovarian Cancer Coalition, am World Cancer Day. „Wir begrüßen die Zielsetzung dieser Arbeit, nämlich die Verbesserung der physischen und psychischen Aspekte für Frauen mit Eierstockkrebs in Europa und auf der ganzen Welt, vor allem auch deshalb, weil sie die Ergebnisse unserer eigenen Studie, der Every Woman Study, ergänzt. Wir freuen uns mit all unseren Partnern weiter daran zu arbeiten, die Schwierigkeiten, mit denen sich Frauen mit Eierstockkrebs konfrontiert sehen, aufzuzeigen.“

Ein mögliches Rezidiv ist die größte Sorge der Patientinnen, das Thema wird aber nur selten angesprochen. 53% der Patientinnen geben an, dass mit ihnen nicht über mögliche Hinweise auf ein Rezidiv gesprochen wurde [2].

Der Review machte auch deutlich, dass der Verlauf der Erkrankung Eierstockkrebs sehr heterogen und kaum vorhersagbar ist, was die Angst vor einem Rezidiv erhöht. Etwa 85% der Frauen, bei denen ein fortgeschrittenes Ovarialkarzinom diagnostiziert wurde, erleiden ein Rezidiv [6] – eine Tatsache, die den Überlebenden immer bewusst ist. Außerdem zeigte der Review, dass die Betreuung von Frauen mit einem Ovarialkarzinomrezidiv weniger umfassend ist als bei Frauen mit der Primärdiagnose Ovarialkarzinom. So gaben in einer Studie 53% der Patientinnen an, dass sie niemand über mögliche Symptome eines Rezidivs aufgeklärt habe, und 63% der Pflegekräfte gaben an, dafür keine Zeit zu haben [2].

Ein Ovarialkarzinomrezidiv wirkt sich auch psychisch aus: 60% der betroffenen Frauen geben an, aufgrund ihres emotionalen Zustandes weniger tun zu können als sie sich vorgenommen hatten (gegenüber 16% der Frauen ohne Rezidiv). Außerdem berichten 66% der Patientinnen mit Rezidiv von Konzentrationsproblemen gegenüber 26% der Frauen ohne Rezidiv [7].

Ein wichtiger psychischer Aspekt der Behandlung, der die Angst vor einem Rezidiv lindern kann, ist die Diskussion der Therapieoptionen. Die Patientinnen müssen Wirksamkeit und Lebensqualität gegeneinander abwägen, was allerdings von den medizinischen Fachkräften häufig nicht ausreichend angesprochen wird. Der Review zeigte, dass 86% der Patientinnen angaben, eine Therapie auch dann versuchen zu wollen, wenn sie nur ihre Lebensqualität verbessert, nicht aber das Überleben verlängert [8].

Bei den bis jetzt vorgestellten Ergebnissen handelt es sich um die erste Phase der Literaturauswertung Our Way Forward – Ovarian Cancer in Europe. Eine zweite Phase des Literatur-Reviews mit Gesundheitsdienstleistern ist geplant, um einen umfassenden Blick aus allen Perspektiven auf die derzeitige Therapie zu gewährleisten. Der ganze Review soll neue Erkenntnisse bringen, die die Selbsthilfegruppen dabei unterstützen, die Position von Patientinnen mit Eierstockkrebs zu stärken, indem Ressourcen und Instrumente für die Frauen entwickelt werden.

Our Way Forward
Die Initiative Our Way Forward wurde von TESARO mit Unterstützung der National Ovarian Cancer Coalition (NOCC) und der Ovarian Cancer Research Fund Alliance (OCRFA) ins Leben gerufen. Das im Juni 2017 gestartete Programm ruft Patientinnen mit Eierstockkrebs, ihre Angehörigen und alle im Gesundheitswesen tätigen Personen dazu auf, ihre Kommunikation über fortgeschrittenen Eierstockkrebs und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu überdenken, um die körperlichen und emotionalen Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt, zu meistern: www.ourwayforward-oc.com

Quellen:
[1] Donovan HS, Hartenbach EM, & Method MW. Patient-provider communication and perceived control for women experiencing multiple symptoms associated with ovarian cancer. Gynecol Oncol 2005;99(2):404-11.
[2] Target Ovarian Cancer. Pathfinder 2016: Transforming futures for women with ovarian cancer. Pamphlet, United Kingdom. Available at: https://www.targetovariancancer.org.uk/our-campaigns/pathfinder-2016/pathfinder-transforming-futures-women-ovarian-cancer . Accessed April 2018.
[3] Ferrell B, Smith SL, Cullinane CA, & Melancon C. Psychological well-being and quality of life in ovarian cancer survivors. Cancer 2003;98(5):1061-71.
[4] Committee on the State of the Science in Ovarian Cancer Research; Board on Health Care Services; Institute of Medicine; National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine 2016. Ovarian Cancers: Evolving Paradigms in Research and Care. National Academies Press. Washington, DC. Available at: https://www.nap.edu/read/21841/chapter/1 . Accessed April 2018.
[5] Watts S, Prescott P, Mason J, McLeod N, & Lewith G. Depression and anxiety in ovarian cancer: a systematic review and meta-analysis of prevalence rates. BMJ Open 2015;5(11).
[6] Lorusso D, Mancini M, Di Rocco R, Fontanelli R, & Raspagliesi F. The role of secondary surgery in recurrent ovarian cancer. Int J Surg Oncol 2012; doi: 10.1155/2012/613980
[7] Colombo, N, Lorusso, D, & Scollo, P. Impact of Recurrence of Ovarian Cancer on Quality of Life and Outlook for the Future. Int J Gynecol Cancer 2017; 27(6): 1134-40.
[8] Jenkins, V, Catt, S, Banerjee, S, Gourley, C, Montes, A, Solis-Trapala, I, Fallowfield, L. Patients' and oncologists' views on the treatment and care of advanced ovarian cancer in the UK: results from the ADVOCATE study. Br J Cancer 2013;108(11):2264-71.

TESARO Bio Germany GmbH, Leopoldstr. 37 A, 80802 München

Mai 2018

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Literaturreferate
GeparQuattro-Studie:
Neoadjuvante Therapie mit Trastuzu-mab bei HER2-positivem Brustkrebs

Capecitabin zu Anthrazyklin- und Taxan-basierter neoadjuvanter Therapie bei primärem Brustkrebs

Paclitaxel dosisdicht bei fortgeschrittenem Ovarialkrebs